IMG_0808.JPG

 

 

„Empowerment (...) bezeichnet Entwicklungsprozesse (...), in deren Verlauf Menschen die Kraft gewinnen, derer sie bedürfen, um ein nach eigenen Maßstäben buchstabiertes ‚besseres Leben‘ zu leben.“

nach N. Herringer 2002

 

 

Copyright: Melpomene/www.fototalia.com

Empowerment (Selbstbefähigung, Selbstermächtigung) bedeutet das eigene Leben (wieder) in die Hand zu nehmen. Den eigenen Fähigkeiten zu vertrauen und Verantwortung für unser Handeln zu übernehmen stärkt uns. Wir beschäftigen uns nicht mit unseren Defiziten und dem was wir nicht mehr können, sondern entdecken unsere gesunden Anteile und merken, dass wir mehr Kompetenzen haben, als wir glauben. Empowerment ist ein Weg der kleinen Schritte und wir lassen uns nicht von zu hohen Erwartungen unter Druck setzen. Empowerment kann auch heißen sich einzumischen und politisch tätig zu werden, um positive Entwicklungen mit anzustoßen. Sich frei zu machen von unnötigen Zwängen und Fremdbestimmung, um selbstbestimmt leben zu können, ist ein Anliegen von Empowerment.

Quelle:
"Basiswissen: Empowerment in der psychiatrischen Praxis" (Andreas Knuf, Psychiatrie Verlag, 1. Auflage 2006)

 

„Recovery ist ein zutiefst persönlicher, einzigartiger Veränderungsprozess im Hinblick auf die Einstellungen, Werte, Gefühle, Ziele, Fähigkeiten und Rollen eines Menschen im Leben und eine Möglichkeit, auch mit den Einschränkungen durch die Erkrankung ein befriedigendes, hoffnungsvolles und aktives Leben zu führen“

Anthony 1993

 

Recovery (Wiedererstarken, Genesung) ist eine Haltung, die davon ausgeht, dass jeder Mensch das Potenzial hat auch von einer schweren seelischen Erkrankung wieder zu genesen. Es kommt nicht darauf an, vollständig symptomfrei zu werden, sondern ein erfülltes Leben führen zu können. Hoffnung ist ein zentraler Begriff von Recovery, denn am meisten hat uns geholfen nicht aufzugeben und Menschen um uns zu haben, die an uns glauben - vor allem, wenn wir es selbst nicht mehr können. Auch wenn jeder Recoveryweg immer wieder von Stillstand oder sogar Rückschritt geprägt ist, so führt er aufwärts, wenn wir ihn möglichst konsequent verfolgen. Wenn wir die schlimmsten Zeiten hinter uns haben, dann sehen wir unsere Erkrankung nicht mehr nur als Last und Behinderung, sondern erkennen, dass sie für uns auch einen Schatz an Erfahrung und Wissen birgt, der uns weiterbringen kann. Der Erkrankung einen Sinn zu geben hilft uns, unsere Entwicklung zu verstehen und optimistisch in die Zukunft zu blicken.

Quelle:
"Recovery. Das Ende der Unheilbarkeit" (Michaela Amering, Margit Schmolke, Psychiatrie Verlag 2007)

 

Nachfolgend ein weiterer führender Text über das Thema Empowerment:

Selbstbefähigung fördern – Empowerment und psychiatrische Arbeit